Gespinstmotten an Gehölzen
In Bad Schwartau fallen derzeit an verschiedenen Stellen wieder weiße Gespinste an Sträuchern und Bäumen auf. Die Stadt Bad Schwartau informiert dazu, dass es sich um Gespinstmotten handelt. Besonders betroffen seien unter anderem Traubenkirschen, Pfaffenhütchen, Obstgehölze oder Weiden. Die Stadt betont vor allem: Die Gespinste sehen zwar auffällig und für manche Menschen sogar etwas unheimlich aus, sind aber für Menschen und Haustiere harmlos.
Diese Entwarnung ist wichtig — denn viele Bürger denken bei Raupen und Gespinsten schnell an den Eichenprozessionsspinner. Bei Gespinstmotten gibt es jedoch keine gefährlichen Brennhaare. Für Menschen, Kinder, Hunde oder Katzen besteht daher in der Regel keine Gefahr. Auch Panik ist nicht nötig. Der Baum sieht vielleicht aus, als hätte ihn eine Spinne mit Größenwahn eingepackt — aber für uns ist das kein Alarmfall.
Trotzdem finden wir: Die städtische Information ist an dieser Stelle etwas dünn. Denn „harmlos für Mensch und Tier“ bedeutet nicht automatisch, dass der Befall völlig egal ist. Die Raupen der Gespinstmotte fressen Blätter und können einzelne Sträucher oder Bäume zeitweise stark kahlfressen. Nach Einschätzung von NABU und NDR erholen sich die meisten Gehölze zwar wieder und treiben oft erneut aus, doch bei starkem Befall — besonders an Obstbäumen — kann es zu Ertragseinbußen kommen.
Für öffentliche Grünflächen und robuste Gehölze ist der Befall meistens eher ein optisches Problem. Im privaten Garten sieht die Sache etwas anders aus: Wer junge Obstbäume, kleine Sträucher oder stark befallene Pflanzen hat, sollte genauer hinschauen. Früh entdeckte Gespinste können mit Handschuhen entfernt, betroffene Triebe abgeschnitten oder bei größeren Gehölzen mit einem kräftigen Wasserstrahl gelöst werden. Wichtig ist: Heruntergefallene Raupen und entfernte Gespinste sollten anschließend eingesammelt und entsorgt werden, nicht einfach liegen bleiben. Der NDR empfiehlt außerdem, abgeschnittene Gespinste nicht auf den Kompost zu geben.
Von chemischen Mitteln ist eher abzuraten. Sie treffen häufig nicht nur die Gespinstmotten, sondern auch nützliche Insekten und natürliche Gegenspieler. Dazu gehören zum Beispiel Vögel und Schlupfwespen. Wer seinen Garten naturnah gestaltet, Nistmöglichkeiten bietet und nicht sofort zur Chemiekeule greift, hilft oft mehr, als er denkt. Auch der von uns geprüfte Ratgeber eines Nematoden-Anbieters bestätigt zwar, dass Gespinstmotten für Menschen ungefährlich sind, weist aber ebenfalls darauf hin, dass die Raupen Pflanzen sichtbar schädigen können — wobei solche Shop-Informationen natürlich immer mit etwas Vorsicht gelesen werden sollten, weil dort auch Produkte verkauft werden.
Kurz gesagt: Die Stadt hat mit ihrer Entwarnung recht. Für Menschen und Haustiere sind Gespinstmotten kein Grund zur Sorge. Für Gartenbesitzer wäre aber der ergänzende Hinweis wichtig: Beobachten, frühzeitig entfernen, bei Obstbäumen genauer hinschauen — und bitte nicht gleich die halbe Natur vergiften, nur weil ein Strauch aussieht wie Halloween im Juni.

Headline
Teaser
Gespinnstmotte - Der Lebenszyklus · Foto: MetasitesStudio
Hinweise oder Korrektur?
Die Redaktion prüft Korrekturen und zusätzliche Hinweise vor Veröffentlichung.

Kommentare
0 Kommentare
Noch keine Kommentare.
Schreib den ersten Hinweis. Sichtbar wird er nach redaktioneller Freigabe.